Das C-Wort und der politisch korrekte Stubenarrest

Ich kann mich erinnern, dass meine Mutter mir als Kind ein paar Mal Stubenarrest verordnet hat. Ich war in Summe wohl ein ziemlich pflegeleichtes Kind, wie sie immer sagte, aber ich lief weg ohne Bescheid zu sagen, und das hat natürlich nicht funktioniert. Im Gegensatz zu meinen beiden älteren Brüdern, die mit Kaminbestecken aufeinander losgingen, war ich eher brav. Aber was mich schon immer auszeichnete, war ein immens starker Wille und ein großer Freiheitsdrang. Ich bin dann schon mal alleine ins Dorf zu meinen Freunden gelaufen, ohne zu sagen, wo ich war. Ich weiß nicht mehr, wie alt ich da war, auf jeden Fall noch in der Grundschule, also vielleicht 8 oder 9 Jahre. Anfang der 80er Jahre gab es noch keine Handys, meine Mutter wusste dann tatsächlich nicht, wo ich war und wann ich gedachte wiederzukommen. Ich bin heute selber Mutter und kann nachvollziehen, dass sie sich Sorgen machte. Zumal das die Zeit von „Aktenzeichen XY… ungelöst“ war, wo gefühlt in jeder zweiten Folge ein entführtes kleines Mädchen gesucht wurde.

Wenn ich dann wieder zu Hause aufkreuzte, setzte es eine Schimpftirade und Stubenarrest. Eine natürliche Konsequenz: Wer wegläuft, ohne Bescheid zu sagen, muss zu Hause bleiben. Einen oder zwei oder drei Tage lang, das weiß ich nicht mehr genau. Es hat mich nicht besonders gestört, wir hatten ein riesengroßes Haus, doch die Botschaft meiner Mutter ist angekommen. In meiner Erziehung gab es keine Strafen, sondern Konsequenzen, das hat mir als Kind sehr gut getan und verhindert, dass ich allzu rebellisch wurde. Heute, fast 40 Jahre später, habe ich ein Deja Vu. Ich habe wieder Stubenarrest, nur dass ich diesmal nicht weggelaufen bin und dass ich auch nicht weiß, welche Konsequenz hier auf welches Handeln folgt. Und ich bin nicht die einzige! Die ganze Welt hat Stubenarrest, nicht nur die 81 Millionen in Deutschland.  Doch immer mehr Menschen stellen den staatlich verordneten Stubenarrest in Frage. Denn immer mehr sind seelisch erwachsen und sind nicht bereit, einer Konsequenz zu folgen, die auf keine erkennbare Ursache folgt.

Diejenigen, die den Massenmedien und den Politikern „alternativlos“ glauben, werden jetzt lautstark emotionsgeladen protestieren. „Aber es gibt doch eine eindeutige Ursache, ein tödliches Virus geistert um die Welt! Jeden Tag sterben tausende Menschen!! Die Verbreitung muss eingedämmt werden, und da sich das tödliche Virus von Mensch zu Mensch verbreitet, müssen die Kontakte zwischen Menschen vermieden werden, und zwar so konsequent wie nur möglich!!! Am besten lösen wir das, wenn keiner mehr vor die Tür geht.“

Das Problem ist: Wir wissen nicht, ob alles tatsächlich stimmt. Wenn wir ganz ehrlich wären, würden wir zugeben, dass wir es nicht wissen. Es laufen keine hustenden Menschen durch die Straßen und liegen sterbend auf dem Bürgersteig, wir sehen nur Leute mit Mundschutzmasken, die ängstlich und böse schauen, ansonsten aber topfit wirken. Ich habe ehrlich gesagt noch nie so wenig kranke Menschen im Winter und Frühling gesehen, auch schon vor den Ausgangsbeschränkungen. Von Krankenhäusern hört man, dass sie ihre Betten freihalten und auf den Ansturm der Kranken warten, aber niemand kann wissen, ob die wirklich kommen.  Wir reden von einem Szenario, nicht von der Realität. Im Gegenteil, ein Bekannter von mir, ein Lungenarzt, hat mir erzählt, die Klinik, an der er arbeitet wird in spätestens einem Monat pleite sein wenn das so weitergeht, weil alle geplanten Operationen abgesagt sind. Wenn jeder von uns in seinem eigenen Bekanntenkreis schaut, bei den eigenen Verwandten und Freunden, wie viele Corona-Tote gibt es da? Also, bei mir keinen einzigen. Das mag jetzt sehr pietätslos klingen was ich hier schreibe, doch damit komme ich direkt zum nächsten Problem. Man darf sowas nämlich nicht schreiben. Nicht wenn es um das C-Wort geht. Es gibt keine Meinungsfreiheit zu diesem Thema, genau wie davor zur Flüchtlingskrise oder zur C0²-Debatte. Alles was dem politischen Kurs wiederspricht oder ihn auch nur in Frage stellt, verletzt die Political Correctness. Das tut man nicht. Zu schreiben, dass ich endlich wieder meine Kinder in die Schule und Kita schicken will, fühlt sich so ähnlich an, als würde ich schreiben, dass ich gerade eine Packung Negerküsse gegessen und meinen Kindern mein altes Kinderbuch „10 kleine Negerlein“ vorgelesen habe. Das N-Wort sagt man nicht, und erst recht schreibt man es nicht!

Ich frage mich was wohl passiert, wenn ich in der Eltern-Whatsapp-Gruppe meines Erstklässler-Sohnes schreibe, dass wir gegen eine Verlängerung der Schulschließungen protestieren wollen und wer da mitmachen würde und gute Ideen für eine friedliche Demonstration trotz Versammlungsverbot hat. Es mehren sich die Gerüchte, dass in Grundschulen vor Pfingsten gar nichts mehr laufen wird, vielleicht soll es sogar erst im nächsten Schuljahr weitergehen, wer weiß das schon. Wobei spätestens im Dezember ja wieder die neue Grippewelle beginnt, vieleicht macht die Republik dann gleich ein ganzes Jahr zu? Mein Sohn will in die Schule und zu seinen Freunden. Doch hat er dann überhaupt noch welche? Söder sagt zu seinen Plänen, die aktuellen Maßnahmen zu verlängern „Menschenleben gehen vor Shopping-Touren.“ Ja was soll ich dazu noch sagen? Dagegen klingen meine Probleme, mit zwei kleinen Kindern zu Hause kaum arbeiten zu können, ja selbst die der Geschäfte, die wegen der ausfallenden Shopping-Touren reihenweise pleite gehen, völlig banal. Der Common Sense unter den Deutschen ist „Wir müssen jetzt zusammenhalten und akzeptieren, was die Politiker entscheiden.“ Napoléon Bonaparte hat schon gesagt: „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche… Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wahren Feinde!“  Abwarten und die Klappe halten. Angeblich befürwortet immer noch die Mehrheit der Bevölkerung den Stubenarrest. Aber das scheint ja der Trick zu sein, uns einzureden, dass die Menschen mit gesundem Menschenverstand und der Fähigkeit, zu differenzieren, in der Unterzahl sind. Hier genau das ist das Problem: Es gibt keine sachliche Diskussion und kaum jemand traut sich, öffentlich was gegen den Mainstream zu sagen. Wer eine anderslautende Meinung vertritt, wird sofort moralisch verurteilt und niedergemacht. Schwarz oder Weiß. Wenn ich mich wehre, dann gehöre ich zu denjenigen, die für eine riesengroße Gesundheits-Katastrophe mitverantwortlich sind. Da frage ich mich schon, was ich sagen soll und vor allem wem.

Es gibt nur die kurvengläubigen Kontaktsperren-Befürworter und die angeblich faktenverdrehenden Verschwörungstheoretiker, dazu eine große schweigende Masse, die alles mitmacht, von der man aber nicht weiß, was sie eigentlich denkt. Warum können die sich diese beiden Lager nicht mal an einen Tisch setzen?  Solange es keinen Dialog gibt, wie sollen die Handvoll Leute, die gerade an den Schalthebeln der Regierung sitzen, die richtigen Entscheidungen treffen? Können sie es überhaupt, rein von ihrem fachlichen und menschlichen Hintergrund? Wenn so viele Ärzte, die seit vielen Jahren mit Patienten arbeiten, also mit echten lebenden Menschen und echten Krankheiten, wenn die also sagen, dass das C-Virus nicht gefährlicher ist als ein Influenza-Virus,  dass aber die Kontaktsperre einen unabsehbaren Rattenschwanz an Depressiven, Alkoholikern, Herz-Kreislauf-Toten, Selbstgetöteten und Pleiten mit sich bringen wird, wieso hören die Politiker nicht auf die? Wieso geben Merkel, Spahn & Co ihnen noch nicht mal eine Audienz?  Hallo, auf mich wirkt das so, als wollen sie nichts anderes. Als würden die neuen Erkenntnisse nur ihren Plan stören. Alles Alternativlos!? Das kann doch nicht sein, oder?  Es werden jeden Tag mehr Ärzte, die sich zu Wort melden, gestern erst habe ich von dem Hamburger Arzt Dr. Püschel gelesen, der Obduktionen an Gestorbenen durchgeführt hat und sagt: Niemand ist an Corona gestorben. Wenn sich die schweigende Masse mehr mit anderen Sichtweisen beschäftigen würde statt denen zu glauben, die diese Ärzte gleich als Verschwörungstheoretiker abstempeln, dann würde sich die allgemeine Stimmung schnell ändern. Ich find ja den Hendrik Streeck gut, denn der hat wie Dr. Püschel eine reale Untersuchung mit real Betroffenen gemacht. Er hat mit seinem Team in Heinsberg Kranke zu Hause besucht und überall Abstriche genommen, selbst auf den Katzen, um zu schauen, ob  das Virus über Türklinken u.ä. übertragen werden kann oder nicht.  Und voila, kann es nicht, außer jemand mit Covid 19 hustet direkt drauf bevor jemand anders die Klinke in die Hand nimmt. Vom Katzen streicheln kann es nicht übertragen werden.

Also was ist das dann mit diesem Virus? Ich weiß es nicht. Ich glaube schon, dass es für bestimmte Menschen gefährlich ist und es sollte sicher nicht bagatellisiert werden. Ich denke nicht, dass es ein reiner Fake ist, denn für so dumm halte ich unsere Regierung nicht. Davon mal abgesehen, aktuell dreht ja die ganze Welt durch, nicht nur wir Deutschen. Wie habe ich das letztens irgendwo so schön gelesen: Früher hätte man übers Auswandern nachgedacht, heute muss man den Planeten wechseln. Ich weiß nicht, was dahinter steckt, ich weiß nur, dass ich weiter recherchieren und weiter Fragen stellen werde. Ich bin nicht bereit, meine Freiheit und meine Grundrechte präventiv für ein statistisches Zahlenspiel und ein theoretisches Zukunftsszenario zu opfern (nein, wir sind hier nicht in Italien, bei uns sind defacto einige Dinge ganz anders) und werde mich da im Zweifelsfall der Rechtsanwältin Beate Bahner anschließen, die mit einer Klage gegen die Regierung bis vors Bundesverfassungsgericht gehen will, da der aktuelle Regierungskurs nicht verhältnismäßig  und noch dazu verfassungswidrig ist.

Jetzt ist selber denken angesagt! Am besten man startet damit, sich nicht mehr tagein tagaus von den Medien hypnotisieren  zu lassen.  Wir brauchen eine sachliche Berichterstattung! Alleine dass Artikel-Überschriften immer wieder mit dem „tödlichen Virus“ beginnen, ist reine Manipulation! Man könnte auch einfach schreiben „neues Virus“. Durch das Wort „tödlich“ in der Überschrift wird uns Angst gemacht, und das geht von morgens bis Abends so. Wie früher als das Erdöl bald „endgültig verbraucht“ galt und das Ozonloch „uns auffrisst“  etc. Es wird vom „Kampf gegen das Virus“, von einem „Krieg“, gesprochen, gleichzeitig von „angemessenen Maßnahmen für die Bevölkerung“. Shutdown klingt gefälliger als Stubenarrest. Worte haben große Macht. Das gab es in der deutschen Geschichte schon mal, dass die Massen mit Worten so manipuliert wurden, dass sie ihrer Obrigkeit die schlimmsten Dinge abgekauft haben, bitte, sowas brauchen wir nicht mehr! Wir brauchen jetzt Leute, die in der Lage sind, über den Tellerrand hinaus zu schauen und ganzheitlich zu denken. Wir brauchen echte Führer mit Herz keine egoistischen Verführer und Maniplatoren! Covid-Kranke und Intensiv-Betten sind das eine, das andere sind Depressionen, Suizide, Pleiten, häusliche Gewalt und nicht zuletzt alte Menschen in Heimen und kleinen Wohnungen, die ihre Liebsten nicht mehr sehen dürfen um sie zu schützen, die dann dafür aber an Einsamkeit sterben. Nach den Osterferien muss der Stubenarrest aufhören und bis dahin muss ein echter Dialog zwischen allen Experten zustande kommen, um vernünftige Maßnahmen zu finden, die allen Menschen in diesem Land gerecht werden, den Alten und den Jungen, den Kranken und den Gesunden!  So schließe ich für heute ab mit den Worten von Martin Luther King: „So lange der Geist versklavt ist, kann der Körper nie frei sein.“