Das Reden und das Schreiben

Liebe Freunde,

nach unserer ausgedehnten Auszeit in Südafrika bin ich nun wieder voller Power zurück in Deutschland und freue mich auf die nächsten Events in München, meine Coaching-Sessions und natürlich das Schreiben meiner Masterarbeit. Was mich sehr inspiriert hat, war die Lektüre von Stephen Kings „Das Leben und das Schreiben“, welches ich in Südafrika mit großem Genuss gelesen habe. Eine der wichtigsten Inspirationen vom Meister des grusligen Romans war, dass man sich am besten zum Schreiben in ein Zimmer einschließen und den Rolladen runterlassen soll, um wirklich jegliche Ablenkung auszuschalten. Und man soll sich jeden Tag ein Ziel setzen, beispielsweise 1000 Worte zu schreiben, und den Raum erst wieder verlassen, wenn die Worte eingetippt sind. Stephen King hat bisher (laut Wikipedia) 60 Romane, mehr als 100 Kurzgeschichten, etliche Novellen und einige Drehbücher geschrieben. Wenn man sich das mal überlegt – das sind jedes Jahr mehrere Werke, und die Romane sind ja nicht gerade kurz, sondern umfassen mehrere Hundert Seiten. Übung macht den Meister, definitiv. Disziplin ist ein weiterer Schlüssel für Erfolg. Inhaltlich habe ich als guten Impuls mitgenommen, wie wichtig das Kürzen der Texte am Ende ist. Mindestens 10 Prozent von dem, was man geschrieben hat, kann wieder weg. Ich kann ihm nur zustimmen, viele Bücher lege ich schnell beiseite, weil sie aufgebläht sind und es nicht schaffen, eine Geschichte mit Tempo zu erzählen. Schmunzeln musste ich darüber, wie King auf den Adverbien herumreitet und dass man sie nur sparsam verwenden darf, weil „die Straße zur Hölle mit Adverbien gepflastert ist“.

Mein eigener wichtigster Tipp ist, morgens immer mit dem Thema oder der Tätigkeit zu beginnen, auf der gerade der Fokus liegt. Wer ein Buch schreiben will, sollte morgens als erstes mit dem Schreiben starten. Und nicht mit dem Lesen von Mails oder gar Social Media. Auch nicht mit dem Ausräumen der Spülmaschine 😉

Wenn ich Leute beim Bücher Schreiben begleite, was ich gelegentlich tue, achte ich vor allem darauf, dass Texte mich in irgendeiner Form berühren, dass sie mich nachdenklich machen, emotional berühren oder dass sie humorvoll sind. Ich habe schon immer viele Bücher gelesen, immer mehrere parallel, aber ich lese nur noch wenige zu Ende. Ähnlich ist es bei Vorträgen oder Präsentationen egal welcher Art. Ich habe mir schon unzählige Vorträge angehört und mich lockt nur noch wenig hinter dem Ofen hervor. Das sind dann aber meistens Beiträge von Leuten, die keine ausgewiesenen Speaker sind, sondern ganz normale Menschen, die interessante Dinge erlebt haben und über diese mit großem Engagement und Herzblut erzählen.
Ich bin eh überzeugt davon, dass jeder Mensch eine spannende Story hat, doch die meisten wissen gar nicht, was genau an ihnen spannend ist – geschweige denn würden sie sich trauen, das irgendwo vorzutragen oder ein Buch daraus zu machen. Doch eigentlich kommt es nur darauf, an dass man anfängt. Es zeigt sich dann, welches Format für wen das richtige ist.

Ich habe mittlerweile 15 Bücher geschrieben und hunderte Vorträge gehalten. Meine nächste Herausforderung ist, eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen, die sozialwissenschaftlich empirischen Forschungskriterien gerecht wird (ja, es ist genau so dröge wie es klingt). Das fällt mir gerade zugegebenermaßen schwer. Andererseits finde ich das Thema so interessant, dass ich schon fast aufgeregt bin, nächste Woche mit den Paar-Interviews zu beginnen. Ich forsche zu Life Changing Sex in Langzeitbeziehungen. Mich interessiert, was machen Paare, die lange zusammen sind und langfristig guten Sex erleben, anders als alle anderen, bei denen das Sexleben im Laufe der Zeit langweilig wird oder sogar einschläft? Was sind die entscheidenden Faktoren?
Falls sich noch ein Pärchen angesprochen fühlt und bereit wäre, mir einen kleinen Einblick in die sexuellen Highlights zu gewähren – ich könnte noch ein oder zwei weitere Interviews durchführen. Wird natürlich alles anonymisiert. Oder ich freue mich über Mails mit Erlebnisberichten von Menschen, die auch ohne Interview interessantes beitragen möchten.

Die Ergebnisse erfahrt ihr im Sommer über meinen Newsletter und – tadaaaaa – in meinem nächsten „gesundgevögelt“- Buch, das ich im Herbst schreibe 🙂
In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderschönen Tag
Susanne