Das (unbequeme) Geheimnis der wirklich guten Beziehungen – und warum ich wenig von Paartherapien halte

Liebe Leserinnen und Leser,

seit vielen Jahren bin ich mittlerweile als Sexual-Coach tätig und habe schon vielen Paaren und Einzelpersonen zu einem besseren Sex- und Beziehungsleben verholfen. Ich bringe dabei viel meiner eigenen Erfahrungen ein. Meine eigene Beziehung hat vor neuneinhalb Jahren ohne Romantik, aber mit viel Magie begonnen, und ich kann ohne Übertreibung sagen, dass unsere Partnerschaft immer besser wird. Klar haben wir auch unsere Herausforderungen, und manchmal treibt er mich zur Weißglut (ich ihn vermutlich auch, aber bei ihm merkt man das nicht so schnell). Aber wir wissen um das Geheimnis der starken Beziehungen, und wann immer wir es anwenden, kommt unsere Beziehung auf ein nächstes Level. Mein Mann ist vom Jobaussteiger und Gelegenheits-Coach zum erfolgreichen Unternehmer mit mehreren Firmen geworden, und ich habe mich in der Zeit beruflich komplett neu positioniert, zwei Kinder geboren und fünf Bücher geschrieben, unter anderem mein Erfolgsbuch „gesundgevögelt“. Das alles ist nur möglich, weil wir selber Top-Coaches an unserer Seite haben – und weil wir uns gegenseitig coachen. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Coaching und einer Paartherapie – woran ja die meisten Paare am ehesten denken, wenn sie jemand Dritten zu Rate ziehen wollen?

Menschen kommen mit den unterschiedlichsten Beziehungsfragen auf mich zu, meistens mit dem Wunsch nach besserem Sex, mehr Nähe oder überhaupt den passenden Partner zu finden. Was ich meinen Kunden im Coaching sage, ist allerdings oft erst mal eine Irritation. Denn es widerspricht vielem, was wir überall sonst über Beziehungen lesen und was alle anderen sagen. In meiner eigenen Coaching- und Leadershipausbildung bei Sonja Becker habe ich, als ich noch Single war, immer wieder die Frage gehört, die viele Beziehungsprobleme auf den Punkt bringt: „Du willst was von den Männern haben – aber in einer Beziehung geht darum, was du bereit bist zu geben“. Diese Frage hat mich wütend gemacht. Denn ich war der festen Überzeugung, dass ich schon genug zu geben und einfach einen guten Mann verdient hätte, der mich so liebt wie ich bin. Ich hatte unendlich viele Erwartungen. Doch seitdem ich neugierig darauf geworden bin, was dieses „geben“ in einer Beziehung tatsächlich bedeutet, erlebe ich Partnerschaft auf eine ganz neue Art. Das hat nichts damit zu tun, dass Paare „an ihren Beziehungen arbeiten müssen“. Diese Floskel mag ich nicht. Es geht nicht darum, an der Beziehung zu arbeiten. Nein, es geht darum, dass ihr euch gegenseitig brillant macht!

Dieser heutige – zugegebenermaßen ziemlich lange – Blogartikel ist mir ein echtes Herzensanliegen und ich habe drei Tage daran geschrieben. Ich hatte in den letzten Wochen und Monaten so viele Gespräche und Coachings mit Paaren, dass ich sie kaum noch zählen kann, und ich sehe einen riesengroßen Bedarf an echter Aufklärung und Unterstützung zum Thema „Beziehungen“.  Wo sind die Paare, die richtig gute Partnerschaften leben???

Ich bin selber keine Therapeutin, sondern Coach, und das ist ein großer Unterschied. Paare, die mit mir arbeiten, machen schnell neue Erfahrungen miteinander und blicken in die Zukunft. Sie lernen sich neu kennen und landen am Ende oft ganz woanders als zum Beginn des Coachings. Das liegt daran, dass ich mich traue, einzugreifen, und Leuten ohne Umschweife die Wahrheit darüber sage, was ich sehe. Dabei  wiederspreche ich oftmals dem, was die beiden sich zurechtgelegt haben, und gehe auch mal über Grenzen. Nachfolgend beschreibe ich einige der wichtigsten Unterschiede zwischen Therapie und Coaching –  so wie Coaching ursprünglich gemeint war. Das kommt nämlich aus dem Sport.

In einer Therapie geht es um das Lösen persönlicher Probleme, in einer Paartherapie meistens um schwierige Kommunikation zwischen den Partnern. Die Grundannahme einer jeden Therapie ist, dass irgendetwas aus dem Lot geraten ist und wieder in Ordnung gebracht werden soll. Häufig geht es um „Blockaden lösen“ oder zumindest darum, dass man sich selber und/oder den Partner besser versteht oder „gewaltfrei kommuniziert“. Dabei haben die Klienten ein inneres Bild über den Optimalzustand, was sich meistens auf die Vergangenheit bezieht. „Früher hatten wir mehr Verbindung, heute streiten wir dauernd“. Häufig wird auch die Entstehung der Probleme in der Vergangenheit, zum Beispiel in der Kindheit eines oder beider Partner, verortet. Therapie ist abgeleitet aus der Medizin und der Psychologie, wo es darum geht, Krankheiten zu heilen und Körper und Psyche wieder „ins Lot zu bringen“.

In der Dynamik der allermeisten Paare ist der therapeutische aber ein falscher Ansatz. Es geht mit der Grundannahme los, dass etwas oder jemand „geheilt“ werden muss. Beziehungsweise dass es überhaupt möglich ist, eine Beziehung zu „heilen“.  Vielleicht ist sie gar nicht „krank“, sondern die Beteiligten haben sich nur aus den Augen verloren oder jemand anders hat sich dazwischen gedrängt. Eng verknüpft mit der Grundannahme, dass die Beziehung einer Therapie bedarf, ist die Überzeugung beider, dass der jeweils andere schuld an der Misere ist. Die erste Errungenschaft einer Therapie ist demnach, dass die Partner erkennen, dass sie selber einen Anteil daran haben, wenn es nicht so läuft wie gewünscht. Herzlichen Glückwunsch, gute Erkenntnis, doch damit kommt man auch nicht weiter. Die nächste Grundannahme einer Therapie ist, dass der Therapeut vor allem als Moderator zwischen den Partnern fungiert, sich nicht einmischt und neutral bleibt.  Er moderiert sozusagen den Mist, den Paare sich gegenseitig an den Kopf werfen. Sie sollen selber darauf kommen, was bei ihnen schief läuft. Man kann das so machen, ohne Frage, jedoch kommen Paare auf diese Weise nicht besonders weit, weil sie sich maximal bis zu ihrem eigenen Horizont bewegen. So kann nichts wirklich Neues in die Beziehung kommen, sondern eben nur versucht werden, den „alten“ Zustand wieder her zu stellen.  Doch Leben ist Entwicklung, und wenn beispielsweise ein Paar ein Kind bekommt, ändert sich die Beziehung so fulminant, dass der alte Zustand auch mit der besten Therapie nicht wieder hergestellt werden kann. Das gleiche gilt für Umzüge, Jobwechsel, die Phase, wenn die Kinder dann wieder aus dem Haus gehen, Fremdgänge, persönliche Krisen und vieles mehr.

Professionelles Coaching hat einen völlig anderen Ansatz. Coaching beschäftigt sich nicht mit Problemen, sondern mit Zielen, ausgehend vom aktuellen Status Quo. Das Prinzip des Coachings kommt aus dem Sport und es geht dabei darum, Sportler zu Spitzenleistungen zu begleiten. Ein guter Coach ist kein Moderator, sondern ein Mentor, der seine Mentees in ihrer Entwicklung begleitet und dabei seine eigenen Erfahrungen einbringt. Die Grundannahme in einem professionellen Beziehungs- Coaching ist, dass eine Partnerschaft positiv wachsen kann, hin zu mehr Zufriedenheit beider Partner, und zwar egal von welcher Situation aus man anfängt und ohne vorher zu wissen, wie das Ergebnis genau aussieht. Ein Coach begleitet Menschen in ihrem Wachstum. Die wichtigsten Methoden im Coaching sind Beobachtung, Feedback und Unterscheidungen sowie klare Handlungsempfehlungen.

Stattdessen spielt in einer Therapie die Ursachenforschung und das Reden über Probleme sowie Wünsche und Bedürfnisse eine große Rolle. Auch wenn es hart klingt – dadurch werden eher die Egos der Partner gestärkt und letztlich wird die Verbindung  geschwächt, weil jeder nur noch bei sich ist. Bestes Beispiel: Sex. Wenn Partner anfangen über Sex zu reden, bilden sich schnell Positionen und Vorwürfe. Wenn sie aber die Aufgabe bekommen, Sex zu haben, vielleicht in einer neuen Umgebung oder mit einer neuen erotischen Nuance – entwickeln sich Neugier und Intimität. Sexualität ist einer der wichtigsten Schlüssel zu einer guten Beziehung, und über die Verbesserung des Sexlebens entsteht sofort mehr Nähe. Der bequeme Versuch, bei partnerschaftlichen Problemen Sex mit jemand anders zu haben und gleichzeitig an der eigenen Beziehung ohne Sex zu arbeiten, funktioniert nicht. Letztens jemand auf mich zu, der genau das von seinem Therapeuten als Rat bekommen hat und dann von mir wissen wollte, welches Seitensprungportal ich ihm empfehlen könne. Was für ein Irrsinn.

Das Geheimnis für wirklich gute Beziehungen ist unbequem, aber es erzeugt Magie. Und nur ein erfahrener Coach, der es selber kennt und anwendet, kann andere darin einweihen: Für mehr Zufriedenheit in der Beziehung müssen beide Partner lernen, sich auf das gemeinsame Wachstum einzulassen und ihren persönlichen Befindlichkeiten WENIGER Raum zu geben. In einem professionellen Beziehungscoaching lernen Paare, sich gegenseitig Feedback zu geben und aus ihrer Komfortzone zu schieben, anstatt auf ihren eigenen Problemen herumzureiten. „Coaching ist eine wesentliche Fähigkeit, um das Beste aus Menschen hervorzuholen. Eine Coachingskultur entwickelt sich heran, wenn jeder Spieler sich dafür engagiert, das Beste aus jedem anderen herauszuholen“ (aus: „Time & Money“ von Sonja Becker& Martin Sage). Das kann man eins zu eins auf Beziehungen übertragen. Denn das normale Verhalten ist, sich gegenseitig mit seinen schlechten Gewohnheiten und Gemeinheiten durchzulassen und sie sogar noch in Schutz zu nehmen, während man sich innerlich maßlos darüber ärgert. Beispiel: Der Mann schaut abends stundenlang gewaltvolle Männerfilme im Fernsehen an, und die Frau regt sich fürchterlich darüber auf. Oder die Frau telefoniert stundenlang mit einer Freundin und hat danach schlechte Laune, der Mann kriegt dabei die Krise. In einer Therapie wird dann darüber gesprochen, warum der Mann solche Filme schaut, was in seiner Kindheit wohl schiefgelaufen ist und warum die Frau ein Helfersyndrom hat. Doch für die Beziehung bringt das alles – gar nichts. Denn nur durch Erkenntnis passiert keine Veränderung.  Und solange er denkt „sie muss selber wissen, was sie tut“ und sie denkt „er ist für sich selber verantwortlich“ kommen beide keinen Millimeter weiter. Erst wenn beide die Opferrolle verlassen und sich gegenseitig aus ihren unproduktiven Mustern rausreißen, kann sich tatsächlich was bewegen. Coaching ist unbequem – aber es weckt Neugier und Lebensgeister und führt zu völlig neuen Erfahrungen.

Wenn du jetzt neugierig bist wie das bei dir funktionieren kann  – kontaktier mich. Und wenn Du mit deinem Partner/Partnerin Lust hast, im nächsten Frühjahr ein außergewöhnliches Paar-Wochenende in Südtirol zu verbringen, habe ich eine Empfehlung für dich. Schreib mir eine Mail an welcome@susannewendel.de oder lass uns einen kostenlosen Discovery-Call vereinbaren um uns kennen zu lernen. Termine dafür findest du https://calendly.com/susanne-wendel/discovery-call  Ich habe in den nächsten zwei Wochen und über die Feiertage noch einige wenige Plätze für Calls frei.

Außerdem biete ich am Montag, 28. Dezember mein nächstes Sex-Love-Power- Web-Seminar an. Ich möchte das Jahr mit einem inspirierenden Abend ausklingen lassen – ausnahmsweise am Montag. Thema: Sex up your life 2021 –Inspirationen und Ausblick für das neue Jahr. Ab sofort kannst du dich hier anmelden: https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN__SaQUM32Taa766PjPDIqIA

In diesem Sinne wünsche ich dir noch eine wunderbare Weihnachtszeit und einem schönen dritten Advent!
Alles Liebe Susanne

P.S. für alle Frauen, die selbständig sind oder es werden wollen: Ab sofort veranstalte ich wieder CHEFINNEN-Parties für neues Unternehmertum. Erster Termin am 21. Dezember um 20.00 Uhr! Infos direkt bei mir unter welcome@susannewendel.de