Geben und nehmen, erlauben und genommen werden – aktive und passive Rollen beim Sex

Wer hat die Führung in einer sexuellen Interaktion? Der/die „Dominante“, Aktive, Fordernde, Geilere oder Schnellere? Oder der/die Passive, „Devote“, Bremsende, Vorsichtige, Zurückhaltende?  Ist Sex ein Geben und Nehmen und hält sich beides die Waage? Muss es überhaupt ausgeglichen sein? Kann es das überhaupt? Ist es okay, wenn einer dem anderen zuliebe etwas mitmacht oder ist das vielleicht sogar der Normalzustand?

Sich mit den Fragen von Geben und Nehmen im Kontext von Sexualität zu beschäftigen ist eine sehr spannende Sache, denn man kommt damit schnell an wesentliche Punkte in der Beziehung und unter Umständen zu der Erkenntnis, dass man selber eigentlich meistens zu kurz kommt.  Oder es wird einem klar, dass der Partner/die Partnerin deshalb wenig Lust auf Sex hat, weil er bzw. sie zu kurz kommt und der Sex nicht attraktiv genug ist.

Im BDSM gibt es den Begriff des „Erfüllungsgehilfen“. Das bedeutet, dass der „Dominus“ oder die „Domina“  entgegen der allgemeinen Auffassung sehr wenig zu sagen hat, sondern in erster Linie die Wünsche und das Kopfkino des „Sub“ erfüllt.  Wer dient also wem? Nicht nur im Kontext von BDSM ist die Frage von Geben und Nehmen interessant, sondern sie betrifft alle sexuellen Interaktionen. Es ist sehr selten, dass beide Partner gleich viel Lust aufeinander haben, also gibt es eigentlich immer einen, der sich stärker einbringt und einen anderen, der erst gewonnen werden will. So lange sich Geben und Nehmen, Dienen und Fordern abwechseln, gibt es keine Probleme, jedoch wenn sich hier dauerhaft ein Ungleichgewicht einstellt, wird mindestens einer der Partner unzufrieden.  Viele Paare können diese Unzufriedenheit nicht benennen, da sie nicht bewusst ist. Wer an dieser Stelle jedoch Licht ins Dunkel bringt, kann die Beziehung schnell auf eine ganz neue Ebene bringen. Die amerikanische Chiropraktikerin und Bodyworkerin Dr. Betty Martin hat dazu ein Modell entwickelt, das „Wheel of Consent“, das verschiedene Dimensionen von Geben und Nehmen beschreibt.  Es gibt nämlich nicht nur zwei, sondern vier Dimensionen. Die eine Achse beschäftigt sich mit der Frage, wer eine Handlung vollzieht, sprich, wer tut etwas? Die andere Achse betrifft die Frage, wem die Handlung dient, also in welche Richtung fließt das Geschenk dieser Handlung?  Daraus ergeben sich vier Felder, die komplett unterschiedliche Erlebensweisen darstellen. Wenn die Paarsexualität ausgeglichen ist, bewegen sich beide in allen vier Feldern, wenn es hängt und hakt, werden in der Regel Felder ausgelassen.

In meinem nächsten Webinar am Donnerstag 21. Mai um 21:00 Uhr beschäftige ich mich mit dem „Wheel of Consent“ und seiner Anwendung in der Praxis. Ich stelle euch ausführlich die vier verschiedenen Felder vor und gebe Denkanstöße, die ihr direkt in eurer Beziehung umsetzen könnt.

Hier der link für die Registrierung: https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_ihy2yB03Rj2sFd9bk_2xIw

Kostenbeitrag wie immer 12 Euro, er kein PAYPAL hat, schreibt mir gerne eine Mail.