Keine Lust mehr?! – Wie du dein Begehren wieder weckst

Und, wie läuft bei dir gerade der Sex? Auf einer Skala von 1 bis 10, wie zufrieden bist du aktuell mit deinem Sexleben?

Egal ob im Bett oder sonst im Leben – jeder kennt das Gefühl von fehlender Lust und mangelndem Begehren, von Antriebslosigkeit und einem Grundgefühl von „ist egal, brauch ich nicht“. In seiner Extremform nennt man es Depression. In Partnerschaften ist die Lustlosigkeit aber auch Ausdruck eines Machtspiels und die perfekte Methode, sich gegenseitig zu dominieren. Doch woher kommt sie eigentlich, die Lustlosigkeit?  Und wie kann das Begehren wieder geweckt werden?

Ich persönlich glaube, dass in sehr vielen Beziehungen nach Monaten des ShutDowns die Luft (und die Lust) raus ist. Denn die Stimmung ist insgesamt ziemlich depressiv. Alle halten sich zurück, sind vorsichtig geworden, freuen sich über kleine „Lockerungen“ und dass sie mal wieder in einem Cafe sitzen dürfen. Eine unserer wichtigsten Energiequellen, gemeinsames Feiern, tanzen und Spaß haben, wurde uns über Wochen versagt und ist auch heute nur „unter Auflagen und mit Einhaltung des Mindestabstandes“ erlaubt. Das mag vielleicht dem Infektionsschutz genügen, aber dem menschlichen Bedürfnis nach Verbundenheit und Lebendigkeit genügt es nicht. Wir sind zwangsabstinent in Bezug auf unsere natürliche Ausgelassenheit, halten unsere Lebenslust hinter Masken mit bunten Blümchen versteckt und unterdrücken unsere natürliche Lebendigkeit. Unser Selbstausdruck ist durch die Masken massiv behindert.  Hat das Auswirkungen auf das Sexleben? Ich fürchte ja. Aktuell sind verschiedene Umfragen im Umlauf, die sich mit Sexualität während der Krise beschäftigen, auf deren Auswertung müssen wir noch warten. Erste Tendenzen zeigen aber: Die Menschen haben noch weniger Sex als sonst. Da in den letzten Monaten alles verstärkt wurde, was sowieso schon unterschwellig da war, gehe ich davon aus, dass sich auch die Lustlosigkeit verstärkt verbreitet.  Denn sie ist in der heutigen Zeit das sexuelle Problem Nummer 1. Wo Paartherapien sich in den 80er und 90er Jahren noch verstärkt  um sexuelle Funktionsmängel drehte, vor allem Ejakulations- oder Orgasmusschwierigkeiten, also Probleme mit nicht kommen können oder zu früh kommen, fangen zumindest die Langfrist-Paare heute gar nicht mehr mit dem Sex an.

In Therapien gibt es verschiedene Ansätze, der Lustlosigkeit auf die Schliche zu kommen, zum Beispiel sich intensiv mit der Frage zu befassen „warum will ich eigentlich keinen Sex?“ oder „was genau will ich nicht und was wünsche ich mir stattdessen? Oder wen?“ Diese Fragen im ersten Schritt für sich selber und dann mit dem Partner zusammen zu erläutern führt häufig dazu, dass ein ganz neuer Dialog über die gelebte Sexualität in Gang kommt und sich neue Türen öffnen. Und, klar, eingefahrene Beziehungsmuster kommen ins Wanken. Aus meiner Sicht ist das aber nur ein Teilaspekt und greift nicht weit genug. Ein mindestens genau so wichtiger Ansatz ist es, Lustlosigkeit als Waffe in einem Machtspiel zu betrachten. Derjenige, der keine Lust hat, dominiert denjenigen, der will. Und dummerweise setzt sich immer derjenige durch, der nicht will. Alles andere gilt als übergriffig. Doch Paare müssen in diese Mechanismen tiefer reinschauen um zu verstehen, warum sie sich gegenseitig quälen, obwohl sie sich doch lieben. Das geht am besten mit einem erfahrenen Coach, der sich traut, die Wahrheit auszusprechen.

Nicht zuletzt geht es bei mangelndem Begehren um die Frage der Lebendigkeit insgesamt. Wer sich wohlfühlt und gute Laune hat, verspürt ganz natürlich Freude, Leichtigkeit und Lebendigkeit, die sich auch in sexuellem Begehren ausdrückt. Und diese Lebendigkeit wiederum ist für andere attraktiv. Das gilt für Menschen in Beziehungen genau so wie für Singles. Frisch Verliebte haben Energie ohne Ende und strahlen ein enormes Charisma aus, unter anderem deshalb, weil sie viel Sex haben. Es ist andererseits bekannt, dass Menschen (vor allem Frauen), die über Wochen Lustlosigkeit zulassen und nicht gegensteuern, ihr Begehren immer mehr verlieren und immer häufiger denken „ich komme auch ohne aus“. Klar kann man ohne Sex leben. Doch macht das Spaß?? Ich frag mal einfach: wann warst du das letzte Mal so richtig geil? Kennst du dieses Gefühl noch?

Der einfachste Weg, das sexuelle Begehren wieder zu aktivieren, ist über den Körper. Nicht über den Kopf, und übrigens auch nicht über Reden. Tanzen funktioniert beispielsweise für viele Menschen sehr gut, möglichst wild und frei und mit so viel Selbstausdruck wie möglich. Gerne zu lauter Musik, und wenn es im eigenen Wohnzimmer ist. Selbstbefriedigung ist ebenfalls eine gute Maßnahme. Den eigenen Körper wieder zu spüren ist die wichtigste Grundvoraussetzung für sexuelle Lust. Wann hast du zuletzt schöne Dessous angehabt? Dich und deinen Körper so richtig herausgeputzt? In Zeiten des Dauer-Home-Offices plus Kinderbetreuung war bei vielen das bevorzugte Outfit Jogginghose mit T-Shirt. Man gewöhnt sich schnell daran, sich gehen zu lassen … Paare können damit beginnen, sich gegenseitig zu massieren oder zusammen zu tanzen. Gemeinsam duschen und sich gegenseitig intensiv einseifen funktioniert für viele ebenfalls sehr gut. Meine persönliche Top- Empfehlung ist ein Ortwechsel. Hotels haben ja mittlerweile Gott sei dank wieder geöffnet, also gönnt euch endlich wieder ein versautes Wochenende mit Frühstück im Bett. Alleine das wird längst vergessen geglaubte Gefühle wecken.

Um Begehren zu spüren, muss zunächst die Lebendigkeit wieder geweckt werden, und das ist aktuell die größte Herausforderung.  Lust und Leidenschaft kommen nicht von selber, schon gar nicht in einer Depression. Aber wir können sie uns wieder holen!

Morgen Donnerstag 18. Juni um 21:00 Uhr beschäftige ich mich intensiv mit der Lustlosigkeit in meinem nächsten Webinar Sex-Love-Power! Hier der link zur Teilnahme: https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_bwRg0h6OTzKL8PnIOfl83Q

Kostenbeitrag wie immer 12 Euro, wer kein Paypal hat oder den Aufzeichnungslink kaufen möchte, schreibe mir bitte eine Mail an welcome@susannewendel.de