Reden über Sex?! 3 Impulse für einen gelungenen Dialog

Liebe Leserinnen und Leser,

Wie machst du es, deinem Partner oder deiner Partnerin mitzuteilen, dass du im Bett etwas Neues erleben willst? Sagst du es, während ihr im Bett seid? Oder bei einem Glas Rotwein im Wohnzimmer? Bei einem Spaziergang im Wald? Und vor allem: wie sagst du es?  Fakt ist – für die meisten Menschen ist es gar nicht so einfach, über sexuelle Wünsche zu reden, egal wo. Auch für mich nicht. Ich sage meinem Mann gerne: lies meine Bücher, da steht alles drin! Das reicht aber leider auch nicht immer 😉

Es gibt drei Dinge, auf die du ab sofort bei allen Gesprächen über sexuelle Wünsche achten kannst. Mit denen hast du bereits 90% der Problematik gelöst. Sie erfordern allerdings, dass du die eigenen Gefühle unter Kontrolle kriegst. Das Haupt-Problem ist nämlich, dass mit dem Wunsch meistens eine große Ladung Vorwurf rüberkommt, und das führt in den seltensten Fällen dazu, dass der Wunsch erfüllt wird. Sätze, die mit „nie machst du…“ oder „wir sollten endlich mal …“ oder „warum machen wir nicht …“ beginnen, sind nicht inspirierend, sondern erzeugen Druck und einen schlechten Beigeschmack und alles anderes als Lust.

Impuls Nummer 1 ist daher: sag es so, dass du deinem Partner ein Lächeln auf die Lippen und ein Strahlen in die Augen zauberst. Vielleicht übst du es vor dem Spiegel und sagst es zunächst zu dir selber. Formuliere deinen Wunsch als Einladung „wie wäre es, wenn wir …“ oder „… ich würde wahnsinnig gerne mit dir mal ausprobieren…“ oder „Hey, ich habe eine Überraschung für dich…“. Das wichtigste dabei ist, dass du selber eine positive und neugierige Haltung einnimmst und dir vornimmst, deinen Partner positiv zu überraschen. Denn Vorwürfe hört der andere auch am Unterton. In meinen Seminaren mache ich Rollenspiele, in denen man in die Rolle des Partners schlüpft und sich selber zuhört. Das ist für viele sehr überraschend, denn kaum jemand ist sich dessen bewusst, wie angepisst man selber klingen kann, wenn man über seine Wünsche redet.

Impuls Nummer 2 ist genau so wichtig und hat ebenfalls mit der Haltung zu tun: Trau dich, dich und deine Wünsche dem anderen zuzumuten. Hör auf, dich zurückzuhalten. Viele Menschen halten sich selber für unnormal bis pervers und haben Angst davor, ihren Partner abzuschrecken. Doch darüber werden sie unglücklich, weil sie ständig das Gefühl haben, sich verstellen oder verstecken zu müssen. Wenn du dich mit Dingen, die dir wichtig sind, zurück hältst, mutest du deinem Partner deine unterschwellige schlechte Laune zu, und das ist auch nicht besser.  Von daher: trau dich ehrlich zu sein.

Mein dritter Impuls geht in die Praxis, und mit dieser Methode habe ich selber sehr gute Erfahrungen gemacht. Erstelle zusammen mit deinem Partner/deiner Partnerin ein sexuelles Profil. Das bedeutet, ihr füllt eine Art Fragebogen aus und redet im Anschluss darüber. Es ist deutlich einfacher über etwas zu sprechen, das schriftlich vor einem liegt, auch wenn es die eigenen sexuellen Wünsche sind. Weiterer Vorteil: wenn du dich mit Fragen über die eigene Sexualität beschäftigst und die Antworten schriftlich festhältst, wirst du dir selber klarer darüber, was du eigentlich willst und brauchst. Konkrete Anregungen, wie Paare ein sexuelles Profil erstellen können, stehen beispielsweise in meinem Buch „gesundgevögelt in 12 Wochen“ (link zum Shop).

Wer Lust auf mehr Impulse zum Thema „Let´s talk about sex“ hat – übermorgen am Donnerstag 15.10. startet ich wieder meine Webinar-Reihe um 21:00 Uhr, diesmal mit dem Thema „Reden über Sex“ Die Teilnahme kostet wie immer 12 Euro, HIER ist der link für die Anmeldung!

Und wer Lust hat, die eigene Kommunikation einmal zu überprüfen und einen lustigen und sehr informativen Tag zusammen mit dem Partner zu verbringen – am 24. Oktober findet im Münchner Süden mein „Happy F*cking“ Live-Seminar statt – ich habe noch Platz für maximal zwei Paare!

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Tag und freue mich auf alle, die ich am Donnerstag beim Webinar treffe!

Alles Liebe Susanne