Statement anthroposophischer Ärzte und Pädagogen – lesenswert!

„Welches Bild von Krisenbewältigung geben wir Kindern und Jugendlichen aktuell? Welche gesundheitsfördernden Fähigkeiten bringen wir ihnen bei? Erleben sie angstfreie souveräne Erwachsene, die ihnen überzeugend alle wichtigen Faktoren der Salutogenese (nämlich Verstehbarkeit, Sinnhaftigkeit und Handhabbarkeit eines Ereignisses) vermitteln? Es mangelt uns doch auf allen Ebenen an Klarheit und erfolgversprechender Strategie. Salutogenese fordert geradezu das Gegenteil dessen, was wir Kindern gerade vorleben: Wir sind beherrscht von Angst und dem Glauben, dass nur ein Impfstoff uns retten könnte!“
Dieses Zitat stammt aus einer Stellungnahme zur Situation von Kindern und Jugendlichen von über 100 Ärzten und Pädagogen, welche mir gestern zugespielt wurde. Tja, ich fürchte, diese souveränen Erwachsenen sind ziemlich selten gerade. Denn die große Mehrheit handelt nur aus Angst. Angst, die von den Medien seit Wochen immer wieder mit immer neuen Argumenten geschürt wird. Angeblich befürwortet immer noch die Mehrheit der Deutschen die „alternativlosen Maßnahmen“ der Regierungen, vor allem die bayerische Regierung steht wegen ihrer besonders strengen und besonders angstgetriebenen Vorgehensweise hoch im Kurs („vorsichtige Lockerungen“ – das könnte das Unwort des Jahres 2020 werden).  Doch was vermitteln wir dadurch eigentlich unseren Kindern? Wir als Eltern, wir als Kultur?
„Solidarität ist keine Einbahnstraße: Kindern wird gerade sehr viel abverlangt, während ihre eigenen Bedürfnisse und Belange kaum ernstgenommen und berücksichtigt werden!“ heißt es im ersten Abschnitt der Stellungnahme. Ich will nicht wissen, wie viele Eltern ihre Kinder in den letzten Wochen mehrmals am Tag angeschrien haben, weil sie einfach selber am Ende ihrer Kräfte waren, wie viele Eltern ihre Kinder stundenlang vor Fernsehern und Ipads geparkt haben, um wenigstens ein bisschen arbeiten zu können. Wie so ein 24/7 Alltag mit Klein- und Grundschulkindern aussieht, kann nur nachvollziehen wer selber welche hat. Unsere Kanzlerin hat leider keine, und man hat den Eindruck, dass Kinder die letzten sind, für die sie sich einsetzt. Was macht es mit einem Kind, wenn es seine Freunde und seine Großeltern nicht sehen darf, weil die Eltern Angst haben? Wahlweise vor einer Ansteckung oder vor eine Polizeistrafe? Welche Botschaft verinnerlicht ein Kind, wenn es zufällig einen Freund auf der Straße trifft und auf ihn zustürmt, und die Mutter es zurückzerrt mit den Worten „Du musst Abstand halten!“ Und nun sollen demnächst die i-Dötzchen, die wieder ein paar Stunden in die Schule dürfen, Masken tragen und Abstand halten zu ihren Freunden, die sie mehr als zwei Monate nicht gesehen haben? Gleichzeitig brodelts in der Gerüchteküche: Schulbetrieb erst wieder normal, wenn wir einen Impfstoff haben. Leute, geht’s noch?? Nochmal, was wollen wir unseren Kindern vermitteln, wir als Eltern, wir als Kultur?
Salutogenese ist die Lehre von Gesundheit, wie Menschen gesund werden und gesund bleiben, und zwar körperlich und geistig. Die Salutogenese ist seit vielen Jahren auf dem Vormarsch, weil immer mehr Menschen erkennen, dass die rein auf Reparatur und Krankheitsvermeidung ausgerichtete Schulmedizin nur einen Teil der Wahrheit über Krankheit und Gesundheit  abbilden kann. Ich selber beschäftige mich seit fast 30 Jahren mit Gesundheitsprävention, zuerst im Bereich Ernährung, heute im Bereich von Sexualität und Beziehungen. Neben Vitaminen gehören Nähe und Berührungen zu den stärksten Aktivatoren des Immunsystems, zusätzlich sorgen sie in unserem Gehirn für hohe Ausschüttungen von Glücks- und Vertrauenshormonen. Momentan hat man das Gefühl, dass jegliche Alternative zur Angst nicht nur verschwiegen, sondern geradezu mundtot gemacht und verleugnet wird. Es geht nur noch um Hygiene, Gefahr, Ansteckung, Tod und als einzige Lösung einen Impfstoff. Und die Kids werden ständig mit diesem Zeug konfrontiert.  Wäre es nicht viel wichtiger, wenn unsere Kinder lernen, was sie stark macht? Wie sie ihren Körper und ihren Geist und ihre Widerstandskraft zu stärken?  Sollten wir ihnen nicht beibringen, dass Gesundheit viele Aspekte hat, dass sie selber viel dafür tun können und dass andererseits aber auch Krankheit und Tod zum Leben dazu gehören? Letztlich müssen wir unseren Kindern vor allem vermitteln, dass sie wichtig und wertvoll sind. Dass sie uns nicht nur beim Arbeiten stören oder Virenschleudern und womöglich eine Gefahr für alte Menschen sind, sondern dass sie unsere Zukunft sind. Und dass sie stark sind und aus eigener Kraft mit Krisen fertig werden können.  „Kinder sollten lernen, dass sie der Welt und den Mitmenschen Freude, Lachen, Kraft, Hoffnung und Liebe bringen!“ Hier die komplette Stellungnahme: StellungnahmeKinderundCorona-5.5.20e.